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Vertracktes Leben // Sonntagspost

Lebst du noch oder trackst du schon?

Vertrackter Tagesablauf

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05:30 der Wecker klingelt, ich versuche meine Augen auf zu bekommen. Mein erster griff geht ans Handy. Wecker ausmachen, damit dieses nervende Geräusch ein Ende hat. Fina räkelt sich am Ende des Bettes und schaut schlaftrunken zu mir rüber. Nachdem ich mich einige Sekunden gefangen habe wühle ich mich unter meine Bettdecke und suche nach meinem Jawbone Up Move Clip an meiner Schlafhose. Drauf drücken um dem kleinen Gerät das Signal zu geben ich bin wach. Damit die App aufhört meinen Schlaf auf zu zeichnen.

06:45 Fina wedelt schon ganz aufgeregt, tanzt Freudentänze durch meine Beine durch. Wie kann sie nur so schnell, so früh am Morgen, so wach sein? Naja, Ich halte ihr das Halsband vor die Schnauze und sie gleitet geschmeidig mit ihrem Kopf durch. Leine umgeschnallt und los gehen wir. Eine ca. 40 min Gassi Runde, was davon abhängt was die Hundetageszeitung so alles für Neuigkeiten für die kleine Maus bereit hält. Kaum zu Hause angekommen, öffne ich die UP App um den Spaziergang einzutragen

07:30 Frühstück! Zeit sich für den Tag zu stärken. Ab in die Küche, es gibt Omlett mit Radieschen, Truthahnbrust und Tomate. Bis auf die Radieschen muss ich nix abwiegen, das habe ich alles schon in meiner Myfitnesspal App eingespeichert. Morgens gibt es nicht großartig Änderungen was ich esse und die Zutaten kenne ich ja eigentlich schon. Nur das Gewicht vom Obst & Gemüse schwankt, daher wiege ich es meist noch einmal ab. Nun ab zur Arbeit.

12:30 Mittagspause, das heißt ab zu Fina nach Hause. Schnell mit ihr eine Runde drehen und das vorbereitete Mittagessen zu mir nehmen, welches ich natürlich vorher schon abgewogen habe. Im WLAN zu Huase dann noch schnell alle Daten in die Apps eintragen und fix zurück zur Arbeit springen

18:00 Ich trete den Heimweg an. Zu Fuß, damit ich heute auch ja meine ganzen Schritte sammeln kann und auf jeden Fall meine 100% schaffe, wenn nicht sogar vielleicht ein bisschen mehr?

18:30 Fina erwartet mich schon ganz aufgeregt an der Haustür. Wie sie ganz genau weiß ich habe nun Feierabend und wir können nun die Zeit nutzen zum Ball spielen oder ähnliches. Auf jeden Fall raus! Auch wenn wir „nur“ eine große Runde ums Technoseum laufen, oder sie mit mir Joggen geht. Hauptsache wir haben uns beide heute nochmal sportlich betätigt und ausgelastet.

19:30 Kommt drauf an…nochmal ein bisschen HIIT? Joa, die Stunde habe ich. Danach wird Essen gemacht, Fina beobachtet mich nämlich schon vom Sessel aus. Kann kaum erwarten das ich mein spielen am Boden beende und ihrem hungrigen Magen etwas zum fressen gebe.

22:30 Mein wohlig, weiches Bett. Welch Freude mich endlich in dich hinein kuscheln zu können! Decke drüber und Augen zu. Gut, zuerst noch mit meinem kleinen haarigen Monster um den besten Platz im Bett finden, doch mit ein paar Stubsern gibt mir Fina freiwillig der Chefin mehr Platz. Bevor ich nun die Augen zumache noch schnell die restlichen Zeiten in der UP App eintragen und hab ich auch alles bei Myfitnesspal eingetragen? Nochmal schnell checken bevor ich dem kleinen Clip das Signal gebe das ich nun gedenke mich schlafen zu legen.

Und auf ein Neues…

Wahnsinn! Wie so ein kleines Gerät dein Leben bestimmen kann, deinen ganzen Tagesablauf. Hätte mir vor über einem Jahr jemand gesagt das mein Tagesablauf so ungefähr jeden Tag aussehen wird hätte ich mir vermutlich das Ding gar nicht erst zugelegt! 😀 Doch nun habe ich dieses kleine Biest, das mich zwingt meinen faulen Hintern manchmal doch ein bisschen mehr zu bewegen als ich eigentlich möchte. Meinem inneren Schweinehund ne Kampfansage macht.

Was ich gut an meinem Activity Tracker finde?

Ich bin nun niemand der wenig unterwegs ist, was ich auch meiner Maus zu verdanken habe. Mit einem Hund ist man gezwungen sich mehr zubewegen, zumindest sollte man das alleine schon seinem Tier zuliebe! Meinen Jawbone Tagesziel habe ich auf 10.000 Schritte am Tag gestellt. Die ich auch locker mit Gassi & zur Arbeit gehen laufe. Ganz easy nebenbei. Wenn ich dann doch noch ein bisschen mehr laufe gibt es mir ein gutes Gefühl. Ich kann sehen wie viel ich wirklich gelaufen bin, kann auch wenn ich Sport mache das eintragen und bekomme ungefähr meine verbrannten Kalorien angezeigt. Sie sehen mittlerweile auch gar nicht mehr so klobig und schlimm am Arm aus. Sie werden immer stylisher gestaltet damit sie gut in den Lifestyle der Menschen passen. Es gibt sogar Tracker von Fossil & Swarowski!
Der Ansporn täglich die 100% an Schritten zu erreichen ist enorm. Da kann es auch schon mal passieren das ich um halb 11 vorm schlafen gehen Fina nochmal schnappe und mit ihr eine Runde drehe da ich „nur“ 97% am Tag geschafft habe 😀 Oder auch in der Tiefgarage eines Hotels auf und ab laufe um an mein Tagesziel zu kommen. Ich bin froh mit der Macke nicht alleine zu sein. Andere Activitiy Trackende Menschen bestätigten mir das gleiche Phänomen 😀 Es spornt einfach an ein Ziel zu erreichen – jeden Tag!

Ganz schlimm ist es daher wenn man seinen Tracker zu Hause vergisst, glaubt mir, das ist ein ganz schlimmes Gefühl! Vor allem da man weiß man ist einiges gelaufen, doch es wurde nicht getrackt. Klar weiß man man ist diese Schritte gelaufen, passiert wurden sie halt nicht registriert von einem kleinen Gerät und in einer App gespeichert, doch man versucht dann trotzdem diese verlorenen Schritte mit dem Ding erneut nachzuholen. Verrückt oder? Nur damit die App volle 100% anzeigt und man seine bisherige Erfolgsserie ja nicht unterbricht. Dann wären ja die 154 Tage bisher fast wie umsonst gewesen.

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Wann wird das tracken zu viel?

Doch leider muss man sagen diese Tracker sind nie so genau. Die Health App auf meinem Samsung Smartphone zeigt mir immer mindestens 200 Schritte mehr an als mein Jawbone. Dh während ich mit dem Handy schon längst meine 100% erreicht habe, müsste ich mit meinem Up Move noch ein paar Runden drehen um auch die 100% zu erreichen. Auch da ich viel in Bewegung bin frage ich mich manchmal ob das alles so stimmt. Bei einer Freundin hat ihr Fitbit manchmal gelaufene Stockwerke angezeigt als wäre sie ein Hochhaus hoch gelaufen, dabei war sie wenns hoch kommt in Gebäuden mit 5 Stockwerken! Nervig für mich ist irgendwann auch die Tatsache das man alle Aktivitäten per Hand nochmal eintragen muss. Kostet Zeit und Nerven. da sitzt man abends da, schaut wann man wie viel gelaufen ist und trägt das dann nach. Nach über einem Jahr nervt es mich und ich habe keine Lust mehr. Seit meinem Spanien Urlaub, wo ich es wegen mangelndem Internet eh nicht alles genau eintragen konnte, bin ich nicht mehr so versessen darauf alles genau zu dokumentieren.

Speiseplan tracken – Fluch oder Segen?

Ähnlich verläuft es sich mit dem Essen zu dokumentieren. In meinen Augen nichts anderes als Wheight Watchers. Ich benutze seit über einem Jahr MyFitnessPal, aber mittlerweile hat jede Fitness Tracker App auch eine Funktion das man die am Tag zu sich genommenen Nahrungsmittel eingeben kann. Auch die kostenlosen Tracking Apps der neuen Smartphones können das.

An sich bin ich jemand der das gut findet. Vor allem wenn ich etwas abnehmen möchte ist es ein gutes Tool zu schauen was ich esse und wie viel ich davon zu mir nehme. Mir persönlich hilft diese Art auf mein Essen zu achten.

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Doch mittlerweile wiege ich alles akkribisch ab und pflege alles in der App ein, was alleine die Zubereitung länger dauern lässt. Über ein Jahr lang habe ich das auch fleißig gemacht. Doch mittlerweile bin ich davon genervt. Denn: Wann kommt denn da der Genuss? Wann weiß man das man satt ist? Vor allem wenn man nur darauf achtet seine Kalorienzahl ja nicht zu überschreiten? Ganz schlimm finde ich auch das man jeden Bissen zu viel, den man zu sich nimmt, verteufelt. Oh nein, das waren nun 10g zu viel Chia Samen und schon darf ich heute Abend nicht mehr so viele Kalorien zu mir nehmen.

Ich habe momentan genug davon. Will leben, essen und Spaß an beidem haben!

Mein Fazit?

Activity Tracker & auch das Essen zu dokumentieren macht schon Sinn, vor allem wenn man abnehmen möchte, aber man sollte es nicht den Tagesablauf bestimmen lassen. Denn sonst verliert man die Freude am Leben und macht sich abhängig davon. Von psychichen Folgen ganz zu schweigen!

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