Diary Fashion

Sonntagsspaziergang #02

Ich kann nix. Oder zumindest nicht richtig. Ich weiß nicht was ich will. Oder zumindest bin ich mir oft nicht sicher.

Ich kann nix

Das hört sich vielleicht hart an, aber diesen Gedanken habe ich sehr oft. Oder zumindest dass ich die Dinge nicht richtig kann. Daher wüsste ich auch nicht für was ich wirklich eine Begabung hätte. Zum Beispiel kann ich zeichnen, würde nicht jetzt nicht als schlecht da ein bezeichnen, aber ein wirklicher Künstler bin ich nicht. Dennoch macht es mir Spaß.
Oder ich kann mit den Adobe Programmen umgehen, sollte ich auch als Grafikerin, aber wirklich mega Arbeiten kann ich leider nicht vorweisen. Im Gegensatz zu meiner Kollegin zum Beispiel. Sie hat wirklich ein Auge und Talent für die Grafik. Ich bin eher so die Person die ihre Arbeiten dann noch im anderen Größen anlegt. Manchmal fühle ich ,ich wie eine grafische Fliessband Arbeiterin, aber ich bin zufrieden damit.

Auch kann ich einen Schrank alleine aufbauen, handwerkliches Geschick habe ich, doch einen Handwerklichen Beruf? Reicht das dafür? Oder ich habe Fina erzogen und liebe sie, doch als Hundetrainerin würde ich mich jetzt nicht sehen. Ich LIEBE Sport, doch bin ich auch hier absolut kein Pro um andere zu trainieren.

Ich könnte die Liste endlos fortsetzen, mit ich kann Tanzen, aber aus mir wird nie eine Profitänzerin, ich kann mich vor der Kamera bewegen, aber aus mir wird nie ein Model, ich kann unterhalten, aber aus mir wird nie eine Moderatorin.

Ok, was ich gut kann ist shoppen 😀 Man könnte jetzt typisch Frau sagen, doch ich bin auch gut im Dinge aufspüren. Doch kann man damit sein Geld verdienen?

Ich weiß nicht was ich will

I must be doing this all wrong
Should be happy but I’m searching for the reasons why
Puts my head in overdrive.

Und nicht zu wissen was ich wirklich kann, bringt mich zu der Frage was ich wirklich will. Vor allem im Bezug auf Arbeit. So vieles halb, oder einfach „gut“ zu können, reicht nicht aus um zu sagen: GENAU DAS ist der Job den ich wirklich machen möchte!
In meinen Augen kann man im Alter von 16 – 20 Jahren nicht wirklich sagen was man genau später als Beruf ausüben möchte. Garantiert gibt es diese Menschen, Sportler z.B., die schon früh ihre Begabung kennen und diese zum Beruf machen. Doch glaube ich, auch diese Menschen haben am Ende ihrer Karriere eine Identitätskrise.

Viele entdecken erst im Laufe der Zeit was ihre Begabung ist, oder trauen sich dann erst sie wirklich auszuleben. Vorher hat man ja meist den Rat der Älteren befolgt einen Beruf zu erlernen der einem Sicherheit gewährleistet. So wird man lieber Banker, als sich viel lieber handwerklichen Projekten zu widmen.

Am besten ist es ja wenn man das zum Beruf macht was einem Spaß macht und man am besten kann. Was mich immer wieder vor die Frage stellt: Dany, was kannst du eigentlich?
Vor allem wenn ich bedenke, dass ich nächstes Jahr 30 werde. Da sollte man doch in einem Alter sein, wo man weiß was man kann. Was seine Begabung oder auch Passion ist. Und was wenn ich gar nicht mehr erkenne was meine Berufung ist?

Should I stay or should I go now?

Doch was, wenn man das Gefühl hat, nichts richtig zu können? Sondern immer nur gerade so halb. Was macht man dann? So einigermaßen zufrieden mit seiner bisherigen Jobauswahl bleiben? So wie unsere Eltern? Von meiner Mutter habe ich mitbekommen das man den einen Job macht bis man in Rente geht.

Viele meiner Generation bleiben noch nicht mal lange am gleichen Arbeitsplatz und wechseln, in der Hoffnung woanders neue Impulse zu bekommen oder zu setzen. Nicht unbedingt immer weil sie es müssten, eigentlich sind sie da wo sie gerade ihrem Beruf ausüben zufrieden, aber es sieht ja gut im Lebenslauf aus.

Ich muss gestehen, selbst wenn ich wüsste was ich gerne mache, habe ich zu viel Angst etwas neues zu wagen. Zu sehr habe ich die Worte meiner Mutter im Ohr „eine unbefristete Arbeitsstelle ist das Beste was du haben kannst“. Sicher ist sicher.

Generation Y

Auch frage ich mich, ob ich alleine mit diesem Gefühl und den dazu gehörigen Gedanken bin, oder ob es etwa ein Problem der sogenannten Generation Y ist. Das die Millenials in der Vielfalt, der ihnen gegebenen Möglichkeiten, verloren gehen? Haben wir zu viel Auswahl und können uns deswegen nicht entscheiden?

Bin ich tatsächlich die Einzige mit diesem Wirbel aus Gedanken und Zukunftsängsten? Oder bin ich nicht alleine damit, nur redet man nicht darüber? Schreibt mir gerne eure Meinung, Gedanken oder auch Fragen dazu 🙂

In diesem Sinne,
Rock on!

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